Biografie von Rudolf Kälin, 8804 Au
Im März 1937 erblickte ich in Einsiedeln SZ das Licht der Welt.
Meine ersten Kinderjahre spielten sich in der schlimmsten Zeit des 20. Jahrhunderts ab, wo die ganze Welt um uns herum nur noch das Thema Weltkrieg fokussierte.
Zu Beginn des Krieges war es für alle wie eine Aufbruchstimmung in eine neue Zukunft. Doch schon bald wendete sich diese Illusion in einen Alptraum, der von Elend, Hunger und Tod gezeichnet war.So verlor auch ich mit sieben Jahren meinen Vater, was bedeutete, dass ich nebst der Schule, die gerade für mich begonnen hatte, auch noch zur Arbeit musste.
Ich begann als Ausläufer in einer Bäckerei, wo ich nach und nach immer mehr Einblick in diesen Beruf bekam.
Als ich mit der Schulausbildung fertig war, absolvierte ich die Bäcker – Konditorlehre und machte nebenbei in der Abendschule das kaufmännische Fachzeugnis.
Danach arbeitete ich mehrere Jahre auf meinem Beruf, machte jedoch nebenbei diverse Anlehren auf verschiedenen Berufen, um mich weiter zu bilden und ein Allrounder Fachwissen auf zu bauen.Anfangs der 60ziger Jahre lernte ich die Vereinigung der Mund und Fussmaler kennen.
Als ich die Künstler und dessen Talente in Ihrem Kunstschaffen sah, wechselte ich meinen Beruf und ging zum Kunstverlag Wädenswil.
Dort blieb ich mehrere Jahre und lernte dabei immer mehr Künstler kennen. Da jedoch der Kunstverlag Wädenswil nur Mund & Fussmalende Behinderte Künstler unterstützte, machte ich mich Selbstständig und gründete 1981 den SVBK – Horgen, Schweizerischer Verein Behinderter Künstler.Schon nach wenigen Wochen war der SVBK auf über 40 Mitglieder angewachsen, die mit Ihrer Kunst überzeugten.
Mit der Herstellung von Kunstkarten und Kalender, sowie diversen Ausstellungen in der ganzen Schweiz, konnte sich der SVBK – Horgen bis ins Jahr 2001 als Selbsthilfeorganisation behaupten. Ich selber erlitt im Jahr 2000 einen schweren Unfall, der mein Schicksal weiter bestimmte und mich ebenfalls zu einem Schwerbehinderten Menschen machte.Im Jahr 2002 kam es zu einer Neuausrichtung im Verein mit Namensänderung auf IBK – Horgen, Interessengemeinschaft Behinderter Künstler. Ich gab mein Amt als Präsident weiter und schloss mich als neues Aktivmitglied der IBK – Horgen an, wo ich heute noch mit dabei bin.
Ihr Rudolf Kälin